Essen Sie niemals einen Wildpilz, den Sie nur anhand einer Website, eines Buches oder einer App bestimmt haben. Lassen Sie jeden Fund persönlich von einer Pilzsachverständigen oder einem Pilzsachverständigen prüfen.
Bestimmungsmerkmale
Der Kiefern-Steinpilz ist ein schwerer, dickfleischiger Steinpilz. Sein Hut ist weinrot, rotbraun oder mahagonifarben, oft uneben, leicht runzelig oder körnig und jung manchmal weißlich bereift. Bei Feuchtigkeit kann er etwas klebrig werden.
Die Poren sind jung weiß, später gelblich bis olivgrün, und blauen nicht. Das Fleisch ist weiß und fest und verfärbt sich im Schnitt nicht; direkt unter der Huthaut zeigt es oft eine rötliche Zone. Der Stiel ist dick und keulig, weißlich bis hellbraun mit rotbraunen Tönen und trägt ein helles, erhabenes Netz, vor allem im oberen Bereich.
Wichtige Merkmale: roter bis mahagonifarbener Hut, rötliche Töne am Stiel, weißes unveränderliches Fleisch, olivbraunes Sporenpulver, milder Geschmack. Die Farben sind variabel, manche Formen ähneln stark dem Fichten-Steinpilz.
Lebensraum und Ökologie
Boletus pinophilus ist ein Mykorrhizapilz, meist bei Kiefern, vor allem der Wald-Kiefer, aber auch bei Fichte, Tanne, Buche, Eiche und Kastanie. Er ist in Europa weit verbreitet, von sandigen Kiefernwäldern des Tieflands bis in Bergwälder.
Er gehört zu den frühesten Steinpilzen des Jahres: In Bergkiefernwäldern kann er bereits im späten Frühling oder Frühsommer erscheinen und fruktifiziert erneut im Herbst. Typisch sind saure, sandige oder steinige Böden mit Moos und Heidekraut.
Verwendung und Bedeutung
Der Kiefern-Steinpilz wird wie andere Steinpilze verwendet: frisch gebraten, in Risotto und Soßen oder getrocknet, was das Aroma verstärkt. Im Handel wird er meist zusammen mit Boletus edulis als Steinpilz verkauft. Sein festes Fleisch eignet sich nach dem Garen auch zum Einlegen in Öl.
Eine Zucht ist nicht möglich; alle Kiefern-Steinpilze im Handel stammen aus Wildsammlung. Ihre Verfügbarkeit hängt deshalb von gesunden Wäldern, ausreichendem Niederschlag und einer schonenden Sammelpraxis ab. Schneiden oder drehen Sie die Fruchtkörper vorsichtig heraus, lassen Sie junge und sehr alte Exemplare stehen und verschließen Sie das Loch im Boden wieder, damit das Myzel nicht austrocknet. Zum Trocknen schneiden Sie feste, saubere Pilze in dünne Scheiben und trocknen sie bei mäßiger Wärme, bis sie brechen.
Sicherheit und Speisewert
Der Kiefern-Steinpilz ist ein ausgezeichneter Speisepilz, wenn er sicher bestimmt und gut gegart wird. Weder Website noch App können eine Bestimmung bestätigen: Lassen Sie jeden Wildpilz persönlich von einer Fachperson prüfen, etwa einer geprüften Pilzsachverständigen oder einem Pilzverein.
- Gefährliche oder unangenehme Doppelgänger sind der Satans-Röhrling (Rubroboletus satanas) und andere rotporige, blauende Röhrlinge, die schwere Magen-Darm-Vergiftungen verursachen, sowie der sehr bittere Gallenröhrling.
- Verwerfen Sie alte, weiche oder madige Exemplare.
- Garen Sie Wildpilze immer gründlich.
- In Teilen Süddeutschlands können Wildpilze noch radioaktives Cäsium-137 aus dem Reaktorunfall von Tschernobyl enthalten.
Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung sofort den Notruf 112 oder den Giftnotruf Ihres Bundeslandes anrufen, auch wenn noch keine Beschwerden bestehen, und Pilzreste aufbewahren.
Verwechslungsgefahr
Der Fichten-Steinpilz (Boletus edulis) hat einen helleren, braunen Hut ohne Rottöne und einen weißlichen Stiel. Der Bronze-Röhrling (Boletus aereus) hat einen dunklen, samtigen Hut und wächst bei Eiche und Kastanie. Der Maronen-Röhrling (Imleria badia) hat blauende gelbe Poren und keinen genetzten Stiel. Schmierröhrlinge wie der Butterpilz (Suillus luteus) wachsen ebenfalls bei Kiefern, haben aber schleimige Hüte, gelbe Poren und oft einen Ring.
In Deutschland
In Deutschland ist der Kiefern-Steinpilz in sandigen Kiefernwäldern und in Bergwäldern verbreitet. Die Bundesartenschutzverordnung nennt in Anlage 1 und in der Ausnahme nach § 2 ausdrücklich nur den Steinpilz Boletus edulis; ob nah verwandte Steinpilzarten mitgemeint sind, ist dort nicht ausdrücklich geregelt. Sammeln Sie daher auch den Kiefern-Steinpilz nur in geringen Mengen für den Eigenbedarf und nie in Naturschutzgebieten.
In der Schweiz legen die Kantone Höchstmengen und Schontage fest; amtliche Pilzkontrollstellen prüfen Ihr Sammelgut.



