Essen Sie niemals einen Wildpilz, den Sie nur anhand einer Website, eines Buches oder einer App bestimmt haben. Lassen Sie jeden Fund persönlich von einer Pilzsachverständigen oder einem Pilzsachverständigen prüfen.
Bestimmungsmerkmale
Der Feld-Trichterling ist klein und unscheinbar. Der Hut ist flach bis leicht vertieft, manchmal mit welligem Rand, und mit einem kalkweißen, wie bereift wirkenden Überzug bedeckt, der bei Trockenheit aufreißen oder sich abreiben kann; darunter zeigt sich eine blass rosa-creme oder gräuliche Oberfläche mit wässrigen Flecken. Die Lamellen sind gedrängt, weiß bis cremefarben, angewachsen und oft leicht herablaufend. Der Stiel ist kurz, weiß bis cremefarben, ohne Ring oder Scheide. Das Sporenpulver ist weiß.
DNA-Studien haben gezeigt, dass der lange getrennt geführte Rinnigbereifte Trichterling (Clitocybe rivulosa) zur selben Art gehört; beide Namen gelten daher oft als Synonyme. Die Stellung von Clitocybe im Familiensystem der Agaricales wird noch überarbeitet. Die Sporen sind klein, glatt, elliptisch und inamyloid; viele kleine weiße Wiesentrichterlinge sehen sich ähnlich, und oft ist das Mikroskop nötig.
Lebensraum und Ökologie
Clitocybe dealbata ist ein Saprobiont, der organisches Material in Grünlandböden zersetzt. Er wächst auf Rasen, Weiden, Wiesen, in Parks, auf Sportplätzen und an grasigen Wegrändern, einzeln oder gesellig, und bildet oft Ringe oder Bögen. Er ist in Europa und Nordamerika verbreitet und fruchtet vom Sommer bis in den Spätherbst, im selben Lebensraum wie der Nelken-Schwindling und andere essbare Wiesenpilze.
Verwendung und Bedeutung
Als Speisepilz hat er keine Bedeutung. Er enthält Muscarin, ein Alkaloid, das den Botenstoff Acetylcholin an muscarinischen Rezeptoren des parasympathischen Nervensystems nachahmt. Das Gift wurde zuerst aus dem Fliegenpilz isoliert, doch kleine weiße Trichterlinge und viele Risspilze enthalten weit mehr davon und sind die üblichen Auslöser der Muscarinvergiftung. Die Art ist toxikologisch bedeutsam und ein häufiges Beispiel in Sammelkursen, weil sie dort wächst, wo man am wenigsten mit Gefahr rechnet: im eigenen Garten und im Park nebenan.
Sicherheit und Speisewert
Giftig. Die Beschwerden beginnen meist 15 Minuten bis 2 Stunden nach dem Essen und beruhen auf einer Überstimulation des Parasympathikus: starkes Schwitzen, Speichelfluss, Tränen- und Nasenfluss, verschwommenes Sehen mit engen Pupillen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfe. In schweren Fällen kommen verlangsamter Herzschlag, niedriger Blutdruck und Atemnot durch Bronchialsekret hinzu; besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit Herz- oder Lungenerkrankungen.
Wenn jemand, auch ein Kind oder ein Haustier, einen kleinen weißen Rasenpilz gegessen haben könnte, suchen Sie sofort ärztliche Notfallhilfe auf, auch wenn die Person beschwerdefrei wirkt, und bewahren Sie eine Probe oder ein Foto auf. Keine Zubereitung macht ihn genießbar.
Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung sofort den Notruf 112 oder den Giftnotruf Ihres Bundeslandes anrufen, auch wenn noch keine Beschwerden bestehen, und Pilzreste aufbewahren.
Verwechslungsgefahr
Die gefährlichste Verwechslung ist der Nelken-Schwindling (Marasmius oreades), der oft in denselben Ringen wächst. Er hat einen hell lederbraunen bis cremefarbenen Hut, oft mit Buckel, entfernt stehende Lamellen, die nicht am Stiel herablaufen, und einen zähen, biegsamen Stiel, der sich verdrehen lässt, ohne zu brechen; der Feld-Trichterling hat einen kalkweißen Hut, gedrängte Lamellen und einen kurzen Stiel. Der Mehlräsling (Clitopilus prunulus) hat rosa Sporenpulver und herablaufende Lamellen und ebenfalls gefährliche weiße Doppelgänger. Der Schneeweiße Ellerling (Cuphophyllus virgineus) hat dicke, wachsartige, entfernte Lamellen. Der Ziegelrote Risspilz (Inocybe erubescens) enthält ebenfalls Muscarin, hat aber braunes Sporenpulver.
In Deutschland
In Deutschland ist der Feld-Trichterling auf Rasenflächen, Weiden und in Parks häufig, besonders im Herbst; auch in der Schweiz ist er verbreitet. Weil der Nelken-Schwindling gern gesammelt wird, empfehlen Pilzsachverständige der DGfM und die VAPKO-Pilzkontrollstellen in der Schweiz, jeden einzelnen Pilz eines Hexenrings zu prüfen und kleine weiße Trichterlinge grundsätzlich stehen zu lassen.

