Berufliche Weiterbildung in Mykologie, live unterrichtet · Weltweit
Schweiz · DeutschCH
FungarisINTERNATIONALES INSTITUT FÜR MYKOLOGIE
Stachelpilze

Ästiger Stachelbart

Hericium coralloides (Scop.) Pers.

Der Ästige Stachelbart ist ein weisser, verzweigter Stachelpilz, der an totem Laubholz wächst, vor allem an Buche. In der Natur ist er selten und zeigt alte, totholzreiche Wälder an, lässt sich aber gut kultivieren.

Essbar Stachelpilze
!

Essen Sie niemals einen Wildpilz, den Sie nur anhand einer Website, eines Buches oder einer App bestimmt haben. Lassen Sie jeden Fund bei einer amtlichen Pilzkontrollstelle prüfen.

Bestimmungsmerkmale

Der Ästige Stachelbart bildet einen weissen, dicht verzweigten Fruchtkörper, der an eine Koralle oder einen gefrorenen Wasserfall erinnert. Aus einem kurzen, zähen Strunk entspringen feine Äste, an deren Unterseite Reihen weicher, 0,5–1,5 cm langer Stacheln hängen. Frisch ist der ganze Fruchtkörper reinweiss, im Alter oder beim Trocknen wird er cremefarben bis gelbbräunlich. Das Fleisch ist weiss, weich und leicht faserig, der Geruch mild.

Wichtige Merkmale sind der offene, verzweigte Aufbau (kein kompaktes Polster), die kurzen Stacheln entlang der Äste, das weisse Sporenpulver und das Wachstum an totem Laubholz. Mikroskopisch sind die Sporen klein, fast rund, glatt bis fein rau und amyloid, wie bei anderen Stachelbärten.

Lebensraum und Ökologie

Hericium coralloides ist ein Holzzersetzer und Schwächeparasit an Laubholz. In Europa wächst er vor allem an dicken, abgestorbenen Stämmen und Stümpfen der Rotbuche (Fagus sylvatica), seltener an Eiche, Ulme, Birke oder anderen Laubbäumen. Er kommt auch in Nordamerika und Asien vor. Die Fruchtkörper erscheinen vom Spätsommer bis in den Spätherbst, oft mehrere Jahre am selben Stamm, solange das Holz im passenden Zersetzungsstadium ist.

Da er grosse Totholzstücke benötigt, gilt er in vielen Ländern Europas als Zeigerart naturnaher, alter Wälder. Er verursacht eine Weissfäule und führt die Nährstoffe abgestorbener Bäume in den Boden zurück. Er war Pilz des Jahres 2006 in Deutschland.

Verwendung und Bedeutung

Junge, reinweisse Fruchtkörper sind essbar und haben eine zarte Konsistenz, die oft mit Krebs- oder Hummerfleisch verglichen wird. Meist werden sie in Scheiben gebraten. Da der Pilz in der Natur selten ist, stammen Speisepilze aus dem Handel aus Kultur.

Wie sein Verwandter, der Igel-Stachelbart (Hericium erinaceus), wird er auf bioaktive Inhaltsstoffe wie Polysaccharide und Terpenoide untersucht. Diese Forschung befindet sich überwiegend im Labor- und Tierversuchsstadium; es gibt keinen Beleg, dass er Krankheiten verhindert oder heilt. In der EU gelten Pilzpräparate als Lebensmittel, und gesundheitsbezogene Angaben sind nur zulässig, wenn sie nach der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 zugelassen sind. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

Anbau

Der Ästige Stachelbart wird auf angereichertem Laubholzsubstrat in Beuteln oder auf Laubholzstämmen gezogen, ähnlich wie der Igel-Stachelbart. Das Myzel wächst gut bei etwa 20–24 °C; zur Fruchtbildung braucht er kühlere 15–20 °C, hohe Luftfeuchte und viel Frischluft, sonst bleiben die Äste kurz und verformt. Der Schwierigkeitsgrad ist mittel: Das Myzel ist wüchsig, die empfindlichen Fruchtkörper bekommen aber leicht Druckstellen und sollten geerntet werden, solange sie weiss sind.

Sicherheit und Speisewert

Eine Giftigkeit des Ästigen Stachelbarts ist nicht bekannt. Garen Sie ihn vor dem Verzehr und probieren Sie zunächst eine kleine Menge, wie bei jedem für Sie neuen Pilz; alte, vergilbte Exemplare können bitter schmecken. Wenn Sie ihn in der Natur finden, muss die Bestimmung persönlich von einer Fachperson bestätigt werden, etwa von einer geprüften Pilzsachverständigen oder einem Pilzsachverständigen (DGfM) oder einem Pilzverein. Da die Art selten und für die Artenvielfalt im Wald wichtig ist, empfehlen wir, Wildfunde stehen zu lassen und Zuchtpilze zu kaufen.

Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung sofort Tox Info Suisse (145) oder im Notfall die Sanität (144) anrufen, auch wenn noch keine Beschwerden bestehen, und Pilzreste aufbewahren.

Verwechslungsgefahr

Der Igel-Stachelbart (Hericium erinaceus) bildet ein einzelnes kompaktes Polster mit langen Stacheln (1–5 cm) ohne Äste. Der Tannen-Stachelbart (Hericium flagellum, syn. H. alpestre) wächst an Tanne und anderen Nadelbäumen in Bergwäldern und hat längere Stacheln an den Astenden. Weisse Korallen (Ramaria, Clavulina) sind zwar verzweigt, tragen aber keine hängenden Stacheln und wachsen meist am Boden. Keine dieser Stachelbart-Arten gilt als gefährlich.

Regionale Hinweise

In Deutschland kommt der Ästige Stachelbart zerstreut in Buchenwäldern mit viel starkem Totholz vor, etwa in Schutzgebieten und Nationalparks. Er wurde 2006 zum Pilz des Jahres gewählt, um auf die Bedeutung von Totholz aufmerksam zu machen. Auch in der Schweiz ist er an Buchentotholz zu finden. Für die Küche sind Zuchtpilze und Pilzkulturen die nachhaltige Wahl.

← Alle Arten

Ähnliche Arten

Vor dem Sammeln vergleichen

Lehrgänge zu dieser Art

Lerne es live bei einer Fachperson.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Ist der Ästige Stachelbart essbar?

Ja, junge weisse Fruchtkörper sind gegart essbar und schmecken mild, ähnlich wie Meeresfrüchte. Handelsware stammt aus Zucht.

Was ist der Unterschied zum Igel-Stachelbart?

Der Ästige Stachelbart ist verzweigt mit kurzen Stacheln entlang der Äste; der Igel-Stachelbart ist ein Polster mit langen hängenden Stacheln.

Wo wächst der Ästige Stachelbart?

An dicken toten Stämmen und Stümpfen von Laubbäumen, vor allem Buchen, vom Spätsommer bis in den Herbst.

Kann man den Ästigen Stachelbart selbst züchten?

Ja, auf Laubholzsubstrat oder Stämmen bei kühlen, feuchten und gut belüfteten Bedingungen zur Fruchtbildung.

Zulassung & Gebühren

Sei beim nächsten Starttermin dabei.

Zahle den Gesamtbetrag mit 20 % Ermässigung oder sichere dir deinen Platz mit 40 % Anzahlung und zahle den Rest in Monatsraten. Alle Preise werden in Schweizer Franken (CHF) angegeben.