Essen Sie niemals einen Wildpilz, den Sie nur anhand einer Website, eines Buches oder einer App bestimmt haben. Lassen Sie jeden Fund persönlich von einer Pilzsachverständigen oder einem Pilzsachverständigen prüfen.
Bestimmungsmerkmale
Der Pantherpilz hat einen braunen Hut, von olivbraun oder graubraun bis haselnussbraun, mit kleinen, reinweißen Flocken in lockeren konzentrischen Kreisen. Der Hutrand ist fein gerieft, ein Merkmal, das vielen Doppelgängern fehlt. Die Lamellen sind frei und weiß, das Fleisch bleibt beim Anschneiden oder Drücken weiß. Der weiße Stiel trägt einen dünnen Ring, der oberseits glatt und nicht gerieft ist und eher tief sitzt. Die Stielbasis ist eine rundliche Knolle mit scharf abgesetztem, kragenartigem Rand aus Scheidenresten, oft als „Bergsteigersöckchen“ beschrieben, darüber manchmal ein oder zwei weitere Gürtel.
Die Sporen sind glatt, breit elliptisch und inamyloid, was ihn von den amyloidsporigen grauen Wulstlingen trennt. Das Sporenpulver ist weiß. Da einzelne Merkmale schwanken, müssen alle zusammen an einem vollständigen, mit Stielbasis entnommenen Fruchtkörper geprüft werden.
Lebensraum und Ökologie
Amanita pantherina ist ein Mykorrhizapilz zahlreicher Bäume, vor allem von Buche und Eiche, aber auch von Kiefer, Fichte und anderen Nadelbäumen. Er wächst auf sauren wie auf kalkhaltigen Böden und ist in Europa, im gemäßigten Asien und in Nordafrika verbreitet. Er fruchtet vom Frühsommer bis in den Herbst und damit früher als viele andere Wulstlinge, oft zeitgleich mit den ersten sommerlichen Speisepilzen.
Verwendung und Bedeutung
Als Speisepilz hat er keine Bedeutung. Er enthält Ibotensäure und Muscimol, Isoxazol-Verbindungen, die auf Glutamat- und GABA-Rezeptoren im Gehirn wirken; die Gehalte sind meist höher als im Fliegenpilz und schwanken stark zwischen einzelnen Fruchtkörpern. Spuren von Muscarin wurden beschrieben, sind für das typische Vergiftungsbild aber unerheblich. Für Pilzberatung und Giftinformationszentren ist er wichtig, weil er zu den häufigsten Auslösern neurotoxischer Pilzvergiftungen in Europa gehört, ob versehentlich oder durch bewussten Konsum.
Sicherheit und Speisewert
Giftig, teils schwer. Die Beschwerden des Pantherina-Syndroms treten meist 30 Minuten bis 3 Stunden nach dem Verzehr auf: Übelkeit und Erbrechen, Schwindel, Verwirrtheit, Erregung oder Euphorie, Halluzinationen, Muskelzuckungen, Koordinationsstörungen und anschließend tiefer Schlaf oder Benommenheit. Krampfanfälle und Koma kommen häufiger vor als beim Fliegenpilz; Todesfälle sind selten, aber beschrieben. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere und vorerkrankte Menschen.
Wenn jemand einen Pantherpilz oder einen anderen braunen Wulstling gegessen haben könnte, suchen Sie sofort ärztliche Notfallhilfe auf, auch wenn die Person beschwerdefrei wirkt, und bewahren Sie Reste oder Fotos auf. Keine Zubereitung macht ihn genießbar. Auch Hunde und andere Tiere können sich vergiften.
Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung sofort den Notruf 112 oder den Giftnotruf Ihres Bundeslandes anrufen, auch wenn noch keine Beschwerden bestehen, und Pilzreste aufbewahren.
Verwechslungsgefahr
Die klassische Verwechslung ist der Perlpilz (Amanita rubescens), der gut durchgegart als Speisepilz gilt: Sein Fleisch und Fraßstellen verfärben sich weinrot, besonders an der Stielbasis, seine Flocken sind grau-rosa, sein Ring ist oberseits gerieft und die Knolle hat keinen abgesetzten Rand. Der Graue Wulstling (Amanita excelsa, einschließlich A. spissa) hat graue Flocken, einen gerieften Ring und keine berandete Knolle. Der Parasol (Macrolepiota procera) ist viel größer, hat einen genatterten Stiel, einen verschiebbaren Doppelring und keine Scheide. Auch ausgeblichene Fliegenpilze können ähnlich aussehen. Anfänger sollten keine Wulstlinge für die Küche sammeln.
In Deutschland
In Deutschland ist der Pantherpilz verbreitet, vor allem in Buchen- und Kiefernwäldern, von Juni bis Oktober. Auch in der Schweiz ist er weit verbreitet. Weil der Perlpilz vielerorts gesammelt wird, gehört der Pantherpilz zu den Arten, vor denen Pilzsachverständige der DGfM und die VAPKO-Pilzkontrollstellen in der Schweiz jedes Jahr ausdrücklich warnen.

