Essen Sie niemals einen Wildpilz, den Sie nur anhand einer Website, eines Buches oder einer App bestimmt haben. Lassen Sie jeden Fund bei einer amtlichen Pilzkontrollstelle prüfen.
Bestimmungsmerkmale
Der Butterpilz ist ein mittelgrosser Röhrling mit gewölbtem bis flachem Hut in kastanien-, purpur- oder schokoladenbraunen Tönen. Bei feuchtem Wetter ist der Hut von einer dicken, glitschigen Schleimschicht überzogen; trocken glänzt er und wirkt oft gestreift. Statt Lamellen trägt die Unterseite kleine, runde, gelbe Poren, die im Alter olivgelb werden und auf Druck nicht blauen.
Das auffälligste Merkmal ist der Ring. Junge Exemplare haben ein häutiges Teilvelum, das die Poren bedeckt; beim Aufschirmen reisst es und hinterlässt am Stiel einen grossen, schlaffen Ring, der zunächst weisslich ist und auf der Unterseite bräunlich bis violettlich wird. Oberhalb des Rings ist der Stiel blassgelb und fein drüsig gekörnt, darunter weisslich bis bräunlich. Das Fleisch ist weich, weiss bis blassgelb und verfärbt sich im Schnitt nicht.
Das Sporenpulver ist ocker bis tonbraun, die Sporen sind glatt und spindelförmig, wie bei vielen Röhrlingen.
Lebensraum und Ökologie
Suillus luteus ist ein Ektomykorrhizapartner von Kiefern, vor allem von zweinadeligen Arten wie der Waldkiefer (Pinus sylvestris), der Schwarzkiefer und, wo angepflanzt, der Monterey-Kiefer (Pinus radiata). Er wächst im Gras und in der Nadelstreu an Waldrändern, in jungen Aufforstungen, Parks und Gärten, oft in grossen Mengen, vom Spätsommer bis zu den ersten Frösten.
Ursprünglich in Eurasien heimisch, wurde er mit Kiefernsetzlingen weltweit verbreitet und ist heute in Kiefernplantagen der Südhalbkugel häufig, etwa in Südamerika, im südlichen Afrika und in Ozeanien. Er gilt als Lehrbeispiel dafür, wie Mykorrhizapilze eingeführten Bäumen beim Anwachsen helfen.
Verwendung und Bedeutung
Der Butterpilz ist in vielen Ländern ein beliebter Speisepilz und wird in Kiefernpflanzungen oft in grossen Mengen gesammelt. Vor dem Garen wird meist die schleimige Huthaut abgezogen; bei älteren Exemplaren entfernen viele auch die schwammige Röhrenschicht. Er eignet sich zum Braten, für Suppen und Schmorgerichte oder zum Trocknen, wodurch Konsistenz und Aroma gewinnen. In manchen Regionen wird er auch sauer eingelegt.
Da er leicht kenntlich, häufig und an gepflanzte Kiefern gebunden ist, ist er in mehreren Ländern, in die Kiefern eingeführt wurden, ein wichtiges Wildnahrungsmittel.
Sicherheit und Speisewert
Der Butterpilz ist bei sicherer Bestimmung und gutem Durchgaren essbar. Essen Sie nie einen Wildpilz aufgrund einer Website oder eines Fotos: Lassen Sie jeden Fund persönlich von Pilzsachverständigen oder einem Pilzverein bestätigen. Ziehen Sie die Huthaut ab, garen Sie den Pilz gründlich und beginnen Sie mit einer kleinen Portion, da er bei manchen Menschen Verdauungsbeschwerden, vor allem eine abführende Wirkung, auslöst. Der Schleim kann empfindliche Haut reizen.
Im Kiefernwald gibt es bei Prüfung aller Merkmale keine tödlichen Doppelgänger. Da unter Kiefern aber auch gefährliche Wulstlinge wachsen, muss jeder Pilz einzeln kontrolliert und darf nie ungeprüft in einem Mischkorb gesammelt werden.
Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung sofort Tox Info Suisse (145) oder im Notfall die Sanität (144) anrufen, auch wenn noch keine Beschwerden bestehen, und Pilzreste aufbewahren.
Verwechslungsgefahr
Der Körnchen-Röhrling (Suillus granulatus) wächst am gleichen Standort, hat aber keinen Ring und scheidet an jungen Poren milchige Tröpfchen aus; er ist ebenfalls essbar. Der Goldgelbe Lärchen-Röhrling (Suillus grevillei) hat einen gelben bis orangefarbenen Hut und wächst nur unter Lärchen. Suillus collinitus zeigt rosa Myzel an der Stielbasis und keinen Ring. Der Pfeffer-Röhrling (Chalciporus piperatus) ist klein, hat rostfarbene Poren und schmeckt brennend scharf.
Regionale Hinweise
In Deutschland ist der Butterpilz in Kiefernforsten und jungen Kiefernpflanzungen auf sandigen Böden häufig. Er steht nicht auf der Liste der besonders geschützten Pilzarten der Bundesartenschutzverordnung; in Schutzgebieten können eigene Sammelverbote gelten. Auch in der Schweiz kommt er unter Kiefern vor.