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Boviste und Kartoffelboviste

Riesenbovist

Calvatia gigantea (Batsch) Lloyd

Der Riesenbovist ist ein riesiger, weisser, kugelförmiger Pilz auf Wiesen, in Parks und Gärten, der grösser als ein Fussball werden kann. Junge Exemplare mit rein weissem, festem Fleisch sind essbar. Jeder Bovist muss jedoch längs durchgeschnitten werden, um junge Knollenblätterpilze und giftige Kartoffelboviste auszuschliessen.

Essbar Boviste und Kartoffelboviste
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Essen Sie niemals einen Wildpilz, den Sie nur anhand einer Website, eines Buches oder einer App bestimmt haben. Lassen Sie jeden Fund bei einer amtlichen Pilzkontrollstelle prüfen.

Bestimmungsmerkmale

Der Riesenbovist ist schon wegen seiner Grösse unverwechselbar: eine glatte, weisse Kugel, oft 20–40 cm im Durchmesser und manchmal noch grösser, die auf dem Boden liegt und nur über einen dünnen Myzelstrang statt eines Stiels verankert ist. Die Aussenhaut ist dünn und lederartig, fühlt sich an wie feines Wildleder und reisst im Alter auf.

Das Innere, die Gleba, ist der Schlüssel zur sicheren Bestimmung. Bei jungen, essbaren Exemplaren ist es rein weiss, fest und durchgehend gleichmässig, mit einer Konsistenz wie Marshmallow oder Tofu. Mit zunehmender Reife wird die Gleba gelblich, dann olivgrün und schliesslich zu einer Masse aus olivbraunem Sporenpulver, das beim Aufreissen der Haut freigesetzt wird. Ein einziger grosser Fruchtkörper bildet eine ungeheure Zahl von Sporen.

Schneiden Sie den Pilz senkrecht durch die Mitte: Ein essbarer Riesenbovist zeigt im Inneren keine Umrisse von Hut, Lamellen oder Stiel und keine dunklen oder violetten Zonen. Mikroskopisch sind die Sporen rund, klein und fein warzig. Früher wurde die Art als Langermannia gigantea und Lycoperdon giganteum geführt.

Lebensraum und Ökologie

Calvatia gigantea ist ein Saprobiont, der organisches Material in nährstoffreichen Böden zersetzt. Er wächst auf Wiesen, Weiden, in Parks, Gärten, an Feldrändern und Hecken, oft bei Brennnesseln, sowie an lichten Waldrändern. Die Fruchtkörper erscheinen von Sommer bis Herbst, einzeln, in Gruppen oder Ringen, und kehren oft in späteren Jahren an dieselbe Stelle zurück.

Die Art ist in den gemässigten Zonen Europas, Nordamerikas und Asiens weit verbreitet. Ihre gewaltige Sporenproduktion ist ein beliebtes Lehrbuchbeispiel für die Vermehrung von Pilzen.

Verwendung und Bedeutung

Junge Riesenboviste mit weissem, festem Fleisch werden in vielen Ländern gegessen. Man schält die Haut ab, schneidet das Fleisch in dicke Scheiben und brät es wie Schnitzel, paniert es oder gibt es in Suppen. Es nimmt Aromen gut auf, schmeckt selbst aber mild. Sobald das Innere gelblich oder oliv wird, ist der Pilz nicht mehr geniessbar und kann Verdauungsbeschwerden verursachen.

Früher wurde die trockene Sporenmasse reifer Boviste als Zunder und in der Volksmedizin auf Wunden verwendet; davon wird heute abgeraten.

Sicherheit und Speisewert

Der Riesenbovist ist nur jung essbar, mit rein weissem, gleichmässigem Inneren. Essen Sie nie einen Wildpilz aufgrund einer Website: Lassen Sie jeden Fund persönlich von Pilzsachverständigen oder einem Pilzverein bestätigen. Die wichtigste Regel lautet: Schneiden Sie jeden kugeligen Pilz senkrecht von oben nach unten durch. Sehen Sie den Umriss von Hut, Lamellen oder Stiel, handelt es sich um ein Knollenblätterpilz-Ei, möglicherweise vom tödlich giftigen Grünen Knollenblätterpilz (Amanita phalloides); werfen Sie es weg. Ist das Innere dunkel, violettschwarz oder marmoriert, kann es ein giftiger Kartoffelbovist (Scleroderma) sein.

Meiden Sie Exemplare von Strassenrändern oder gespritzten Feldern und garen Sie den Pilz gut. Das Einatmen grosser Mengen Sporen reifer Boviste kann die Atemwege reizen.

Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung sofort Tox Info Suisse (145) oder im Notfall die Sanität (144) anrufen, auch wenn noch keine Beschwerden bestehen, und Pilzreste aufbewahren.

Verwechslungsgefahr

Junge Knollenblätterpilze im Ei-Stadium: klein, eiförmig, von einer Gesamthülle umgeben; im Längsschnitt ist der Umriss des Pilzes sichtbar. Dickschaliger Kartoffelbovist (Scleroderma citrinum): kleiner, mit dicker, warziger, gelblicher Haut und festem Inneren, das früh violettschwarz wird; giftig. Andere Stäublinge und Boviste (Lycoperdon, Bovista): viel kleiner, oft mit Stacheln oder Warzen.

Regionale Hinweise

In Deutschland ist der Riesenbovist zerstreut auf nährstoffreichen Wiesen, Weiden und in Gärten zu finden, meist von Juli bis Oktober. Er steht nicht auf der Liste der besonders geschützten Pilzarten der Bundesartenschutzverordnung; in Naturschutzgebieten können dennoch Sammelverbote gelten. Auch in der Schweiz kommt die Art vor.

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Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Ist der Riesenbovist essbar?

Nur jung, wenn das Fleisch durchgehend rein weiss und fest ist. Schneiden Sie ihn durch und lassen Sie ihn persönlich bestätigen.

Warum muss man einen Bovist durchschneiden?

Um junge Knollenblätterpilze mit sichtbarem Hut- und Lamellenumriss sowie innen dunkle Kartoffelboviste auszuschliessen.

Wie gross wird ein Riesenbovist?

Meist 10–50 cm im Durchmesser, manchmal grösser.

Wann ist ein Riesenbovist zu alt?

Sobald das Innere gelblich, oliv oder pulvrig wird.

Zulassung & Gebühren

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