Essen Sie niemals einen Wildpilz, den Sie nur anhand einer Website, eines Buches oder einer App bestimmt haben. Lassen Sie jeden Fund persönlich von einer Pilzsachverständigen oder einem Pilzsachverständigen prüfen.
Bestimmungsmerkmale
Rubroboletus satanas, früher Boletus satanas, gehört zu den massigsten Röhrlingen Europas. Der Hut ist kalkweiß, hellgrau oder lederfarben, manchmal mit oliven oder rosa Tönen, jung samtig und später glatt. Die Poren sind nur bei ganz jungen Fruchtkörpern gelb und werden bald blutrot bis orangerot; auf Druck verfärben sie sich blau.
Der Stiel ist kurz und stark knollig, oben gelblich und weiter unten rot bis purpurrot, mit einem feinen roten Netz überzogen. Das Fleisch ist weißlich bis blassgelb und blaut langsam und eher schwach, vor allem im Hut. Ältere Exemplare entwickeln einen unangenehmen, oft als aasartig beschriebenen Geruch. Das Sporenpulver ist olivbraun.
Die Gattung Rubroboletus wurde 2014 für rotporige Röhrlinge aus der Verwandtschaft von R. satanas aufgestellt, darunter Rubroboletus rhodoxanthus, Rubroboletus legaliae und Rubroboletus pulchrotinctus, deren Abgrenzung genaue Beobachtung von Hutfarbe, Netz und Blaureaktion erfordert.
Lebensraum und Ökologie
Der Satans-Röhrling ist ein Ektomykorrhizapilz warmer, lichter Laubwälder, meist mit Eiche, Buche, Hainbuche oder Linde, auf kalkhaltigen Böden. Er bevorzugt sonnige Waldränder und Hänge und erscheint vor allem im Sommer und Frühherbst nach warmen Regenfällen. Verbreitet ist er in Mittel- und Südeuropa sowie in Teilen des Mittelmeerraums, aber meist nur lokal und vielerorts selten; am Nordrand seines Areals ist er auf warme, kalkreiche Standorte beschränkt.
Da er auf alte Bäume und bestimmte Böden angewiesen ist, gilt er als Zeiger wärmeliebender Eichen- und Buchenwälder.
Verwendung und Bedeutung
Der Satans-Röhrling hat keinen kulinarischen Nutzen. Seine Bedeutung liegt in der Toxikologie und der Bestimmungsausbildung: Er ist das klassische Beispiel für einen rotporigen Röhrling, der nicht gegessen werden darf, und sein Name spiegelt den alten Ruf wider, heftige Erkrankungen zu verursachen.
Aus den Fruchtkörpern wurde ein Glykoprotein namens Bolesatin isoliert, das sich in Laborstudien als giftig erwies; seine genaue Rolle bei Vergiftungen des Menschen ist aber nicht abschließend geklärt. Berichtete Vergiftungen verliefen mit heftigen Magen-Darm-Beschwerden, teils auch nach dem Garen.
Wegen seiner Seltenheit ist er zudem für die Kartierung wärmeliebender Pilze von Interesse.
Sicherheit und Speisewert
Der Satans-Röhrling ist giftig und darf weder roh noch gegart gegessen werden. Die Symptome beginnen meist nach wenigen Stunden mit starker Übelkeit, wiederholtem Erbrechen, Bauchkrämpfen und Durchfall, was besonders bei Kindern und älteren Menschen zu gefährlichem Flüssigkeitsverlust führen kann.
Wer diesen Pilz oder einen nicht sicher bestimmten rotporigen Röhrling gegessen hat, sollte sofort ärztliche Notfallhilfe suchen, auch bevor Symptome auftreten, und Pilzreste zur Bestimmung aufbewahren.
Rote Poren, ein rotes Stielnetz und blauendes Fleisch sind eine Warnkombination. Manche rotporige Röhrlinge werden regional gegessen, doch die Gruppe ist schwierig und enthält mehrere giftige Arten. Verlassen Sie sich nie auf eine Website, App oder ein Foto; lassen Sie jeden Wildpilz persönlich von einer Pilzsachverständigen oder einem Pilzsachverständigen prüfen.
Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung sofort den Notruf 112 oder den Giftnotruf Ihres Bundeslandes anrufen, auch wenn noch keine Beschwerden bestehen, und Pilzreste aufbewahren.
Verwechslungsgefahr
Von oben kann der helle Hut an Steinpilze wie den Sommer-Steinpilz (Boletus reticulatus) oder den Bronze-Röhrling (Boletus aereus) erinnern, doch diese haben weißliche bis olivgelbe, nie rote Poren und ein weißliches oder bräunliches Netz. Unter den rotporigen Röhrlingen haben Rubroboletus legaliae und Rubroboletus rhodoxanthus rosa Töne auf dem Hut, der Netzstielige Hexen-Röhrling (Suillellus luridus) einen orangebraunen Hut und ein rotes Netz, und der Flockenstielige Hexen-Röhrling (Neoboletus erythropus) einen dunkelbraunen Hut und einen geflockten statt genetzten Stiel.
In Deutschland
In Deutschland ist der Satans-Röhrling selten und weitgehend auf warme Kalkgebiete beschränkt, etwa in wärmebegünstigten Kalklandschaften Süd- und Mitteldeutschlands. Auch in der Schweiz kommt er an wärmebegünstigten Standorten auf Kalk vor. Wegen seiner Seltenheit sollten Funde möglichst nicht entnommen, sondern fotografiert und an die regionale Pilzkartierung gemeldet werden.

